Kegeln in Namibia

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Unser Urlaub 2010 führte uns nach Namibia. Im Reiseführer hatten wir schon gelesen, dass es dort auch eine Kegelbahn gibt.

Zu unserer Überraschung gab es schon in Lüderitz eine Kegelbahn, wo aber kein "Training" durchgeführt werden konnte. Sie war leider geschlossen.

Am 27.07.2010 fuhren wir nach Kolmanskuppe, (Afrikaans: Kolmanskop, im Deutschen oft auch „Kolmannskuppe“, mit zwei n geschrieben) eine ehemalige Siedlung in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. Der Ort ist ungefähr zehn Kilometer östlich von der Hafenstadt Lüderitz in Namibia gelegen und nach dem Nama Coleman benannt, der dort 1905 mit seinem Ochsenkarren in einer Düne stecken blieb und verdurstete.

Im Jahre 1908 waren dort dann Diamanten gefunden und so wurde Sie über Nacht aus dem Nichts ein blühender Ort. Der dadurch ausgelöste Boom sorgte für ein schnelles Wachstum dieser zunächst nur als Diamantsucher-Camp gedachten Siedlung. Der auf Diamanten gründende Reichtum der Bewohner ließ einen Ort entstehen, in dem aller Luxus vorhanden war, der damals für Geld zu bekommen war - und das in einer Umgebung, die trostloser und lebensfeindlicher wohl kaum gedacht werden kann. Es gab hier kein Wasser, keinen Regen, keine Erde, in der auch nur das Geringste hätte wachsen können, keinerlei Infrastruktur - nur Sand, regelmäßig heftige Sandstürme und eine unbamherzige Hitze.
Dennoch entstanden hier hochherrschaftliche Steinhäuser nach deutschem Vorbild, ein Elektrizitätswerk, ein Krankenhaus (mit der ersten Röntgenstation Afrikas, bzw. auf der ganzen Südhalbkugel), eine Eisfabrik, eine Theater- und Turnhalle, eine Kegelbahn, eine Schule und allerlei Verwaltungs- und Dienstgebäude. Sogar ein Schwimmbad war hier zu finden. Das Wasser hierfür und alles, was sonst noch zum täglichen Leben nötig war, musste aus dem rund 1000 km entfernten Kapstadt herantransportiert werden. Das Baumaterial für die Häuser, deren Einrichtungen, die Maschinen und all das, was man damals in Europa unter Luxus verstand, kam aus Deutschland und wurde meist in Lüderitz angelandet.
Um 1920 lebten in Kolmanskuppe über 1.000 Menschen in teilweise sehr eleganten Häusern. Doch schon bald danach (ca. 1930) begann der Niedergang, als man andernorts ergiebigere Diamantenvorkommen entdeckte. Heute „haust“ der Sand in den vergessenen Bauten, und der Wind zerrt an den alten Türen – ein Sinnbild der Vergänglichkeit, das den Besucher tief beeindruckt.
Die Wüste holte sich im Laufe der Jahrzehnte das zurück, was der Mensch ihr abgerungen hatte: die Häuser verfielen zusehends und in den Ruinen häufte sich der Sand meterhoch. Kolmanskuppe war endgültig eine Geisterstadt. Nur ein zaghafter, zunächst auf Privatinitiative beruhender Museumsverkehr brachte gelegentlich ein bisschen Leben zurück. Erst als in den 1990er Jahren auch Lüderitz einen wirtschaftlichen Aufstieg erlebte, widmete man Kolmanskuppe wieder mehr Aufmerksamkeit. Man begann, einige erhaltenswerte Gebäude zu restaurieren, Räume wieder originalgetreu zu möblieren und nach und nach einen geordneten Museumsbetrieb einzurichten. Auch die Kegelbahn wurde zu neuem Leben erweckt.

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